Ich esse so gerne!

Denn, ich lass so ungern schöne Sachen los!

Ach ja!

Zurzeit gebe ich fast täglich „Wunschgewichtshypnosen“,

 und: Ich erkenne mich!

Mehr und mehr und vielleicht brauche ich mich nicht einmal selbst zu hypnotisieren, sondern, ich bin hypnotisiert, während ich hypnotisiere, denn mein Unterbewusstsein klugscheißt mir, während ich rede, unterirdisch dazwischen.

„Hahaha!“, höhnt es beispielsweise.

 „Statt `nen ganzen Teller, `nen halben“, spöttelt es dann.

 „Wart nur….“

Und dann ist es leise, mein unterbewusster Klugscheißer, der sich ins Bewusstsein geschlichen hat, um mir etwas von mir zu erzählen.

Nicht lange war er still, denn vorhin, nach der Hypnose, als ich souverän aufstand, und mir eine zweite Portion Chili con Carne auf den Teller zu packen, in dem Moment, als ich mich mit einem Lächeln setze, da fing es wieder an zu reden:

„Hallihallo !!“, ruft es

„Ich bin´s wieder“, gibt es sich frohlockend zu erkennen.

Als wüsste ich es nicht!

„Was is mit der halben Portion?“, fragt es unterbewusst bewusst!

„Na ja, das schmeckt so gut…“, pflichtet mein Verstand sofort bei.

 „Aber ich kann eine halbe Portion aus dem Nachschlag machen“, schlug ich vor.

 „Was für ein toller Kompromiss“, freue ich mich in einer anderen Hirnwindung, denn mir läuft eben das Wasser im Mund zusammen.

Wenn es schön wird aufhören ist nicht meine Disziplin .

So löffelte ich genüsslich bis zur halben Nachschlagsportion und siehe da:

 ICH KONNTE MICH NICHT TRENNEN!

Der Teller lässt sich nicht wegstellen und der Löffel pappt in meiner Hand.

Wie magisch angebunden.

Wie hin hypnotisiert, sagst du vielleicht.

Aber das kann ich dir sagen: so was macht Hypnose nicht, denn, wenn es dir nicht guttut und nicht deinem Wohl dient, lässt dein Unterbewusstsein die Worte nicht sacken.

Ganz einfach, oder?

Mein Gefühl fühlt jetzt Abschiedsstimmung .

Quasi: in stille Trauer.

Sozusagen: Verlustangst.

Es mag jetzt übertrieben anmuten, mein plötzlich aufkeimendes Empfinden.

Ganz unter den alltäglichen Empfindungen nahm ich diesen “Schmerz” wahr.

Ohne Witz!

Es war so, als würde jetzt was vergehen und nie mehr zu mir zurückkommen.

Essen loslassen erschien mir in diesem Augenblick, wie die Liebe seines Lebens gehen lassen.

Und wer schiebt schon die Liebe seines Lebens einfach bei Seite, hm?

Und dann, dann kam plötzlich ein ganz anderes Gefühl.

Komisch hörte sich der aufkeimende Lichterglanzgedanke an, der mir wie aus heiterem Himmel, schöne Zukunftsbilder vor mein geistiges Auge, vor meine Vorstellung warf und zwar mit Untertiteln.

„Freu dich doch auf: immer und immer wieder, schönes Essen“.

“HÄ?”

„Morgen besser als heute“, oder so,  säuselte die Stimme.

„Was labert es da“, fragte ich mit meinem vollen Bewusstsein?

Da gab es die garstige Mießmachpeterstimme und den zuckersüße Alles-Ist-Positiv -Singsang.

Mein Ich war plötzlich nur  noch Gefühl, zwischen guten und schlechten Entscheidungen.

Da will ich mir einfach nur genüsslich die super leckere Chili con Carne reinschlichten, die meiner Tochter absolut besser gelungen ist, als sie mir jemals gelang und ich soll da keine Fressorgie daraus zelebrieren, nur weil andere Menschen ihr Wunschgewicht erreichen wollen und ich ihnen dabei gut helfen kann?

„Wenn du nicht adipös wärest“, plärrt mich mein Gewissen sofort schamlos kühl, sachlich und rational gesteuert an, „dann würde ich ja auch die Klappe halten Punkt“, gab es von sich und schwieg, so, dass es richtig laut war.

Was für eine Unverschämtheit.

Jedoch Scham wäre ungeeignet, die Tatsache spricht für sich.

Meine Gesundheit leidet manchmal.

Nein, sie leidet oft.

Ich bewege mich zwar viel, jedoch könnte es leichtfüßiger gehen.

Wenn ich Fahrrad fahre klebt mein Po so was von auf dem Sattel, dass er nach kurzer Zeit Druckstellen bekommt.

Einzig mein Wille bringt mich ans Ziel, nicht meine Sportlichkeit!

Mal ganz ehrlich!

Muss denn immer ein Nachschlag sein?

In der Kneipe bin ich stets satt und käme nie auf den Gedanken, eine zweite Portion zu ordern.

Außer es ist eine Hochzeit, ein Jubiläum, ein runder Geburtstag oder ähnliches, da schöpfe ich die Gunst der Stunde aus!

Im wahrsten Sinne des Wortes.

Keine Ahnung, ob da was Tieferes dahintersteht.

Ich war nicht im Krieg und musste nie Hunger leiden.

Irgendwas im Leben hat mich gierig werden lassen.

Vielleicht habe ich mir das nur so angewöhnt, denn ich war als junger Mensch ziemlich geizig, was das Essen anbelangt.

Vor dir steht ein bekennender Schnorrer.

Ja, ich schäme mich nicht, meine Vergangenheit hier und heute aufzudecken:

 Ich habe mich bei Freunden und Verwandten durchgefressen.

Ich habe mich bei sämtlichen Leuten einquartiert und wie selbstverständlich die Hilfe meiner Freunde und Verwandten angenommen.

Ich kam nie auf die Idee, eine Gegenleistung erbringen zu müssen.

Und weil das Essen dort besser schmeckte und auch von der Qualität mehr her machte, habe ich mir das „in mich Hineinschlichten“ wahrscheinlich als Strategie gedacht.

Denn diese Besuche bei den netten Freunden, war vergleichbar mit dem sieben fetten Jahren in der Bibel.

Mit mir allein brachen dann die mageren Jahre,  die magere Zeit an.

Meiner Kochkunst war nicht zu trauen!

Was ich richtig gut beherrschte waren Spaghetti und die gab es ständig.

Und wer Hunger auf Spaghetti hatte, den habe ich sehr gerne etwas abgegeben.

  • Gutes Essen lass ich nicht stehen. 

Ich glaube, dieser Satz prägte eine Gewohnheit und diese Gewohnheit macht mich bis heute noch dick.

Denn mein Leben hat sich grundlegend verändert.

Ich bin nicht mehr geizig und geize schon gleich gar nicht am Essen, denn ich habe mittlerweile eine Familie.

Für meine Familie lernte ich kochen.

Es gibt regelmäßig gutes Essen.

Ich muss nicht auf Vorrat essen, um für „magere“ Zeiten gerüstet zu sein.

Und dennoch habe ich diese Gewohnheit beibehalten.

Der Mensch und sein Verhalten ist schon ein seltsames Wesen und ziemlich langsam im Verlernen.

Dank meiner Arbeit als Hypnotiseurin bin ich heute, während einer Hypnose, gut mit mir ins Gefühl gekommen und konnte in mich reinlauschen, um zu horchen, was für Stimmen in mir raunen.

Und ab heute, lege ich eine alte Gewohnheit einfach ab.

So leicht kann es werden!

PS.: Und vielleicht steckt hinter dem allen die Angst eines Kindes, die Menschen zu verlieren, die es am meisten liebt 😉

Hypnose fragt nicht danach, sondern bedient sich der Ressourcen und löst einfach auf!