Hier mag ich euch einen kleinen Blick in meine Einhorn~Mentalität geben.

Wer mich kennt, weiß, dass ich mit 20 Jahren kirchliche Schwester war.

Das war zu einer Zeit, da machten sich viele auf den Weg sich spirituell zu suchen.

gingen nach Indien, Jerusalem und sonst wo hin, mein Einhorn in mir brachte mich schlicht und einfach in ein evangelisches Mutterhaus, das war mir der richtige Ort, so dachte ich, mich zu finden.

Und ja, Gott suchte ich auch….

Und den Spruch dieser Kirchlichen Schwestern,

der ist mir ein Lebensleitspruch geworden.

Nicht bewusst, aber unbewusst ist er in mir immer dann präsent,

wenn es um DIE GROSSE KNETE GEHT  😉

Und genau darüber will ich jetzt mit euch einfach n bisschen nachdenken.

Über Geld

Über schnelles Geld

Geld in der Welt ….

Und wie da dieser Spruch in mir wirkt und welche Erinnerungen er wach macht.

Dieser Leitspruch der Schwestern beginnt mit der essentiellen Lebensfrage:

WAS WILL ICH?

Das war also schon damals, 1854, eine zirkelnde Frage.

Die Frage nach der Berufung.

Die Antwort wird in diesem Bekenntnisspruch klar formuliert,

darin heißt es:

DIENEN WILL ICH

und klarer wurde diese Aussage definiert mit einer weiteren Frage:

WEM WILL ICH DIENEN?

Antwort:

DEM HERRN IN SEINEN ELENDEN UND ARMEN….

Das war für mich eine kräftige Aussage.

Das hat in mir so was wie Wichtigkeit,

höchste Priorität in mir erzeugt.

Ich kann mein Herz noch fühlen,

wie es bei diesen Worten gepocht hat,

vor Freude.

Das mag jetzt dem ein oder anderen kitschig erscheinen,

aber die Sache mit der Berufung,

wenn man die in sich entdeckt,

dann ist es wie eine Liebeserklärung,

die man irgendwann, irgendwo ausspricht.

Und nicht an irgendwen,

sondern einen ganz besonderen Menschen.

Das ist ne Herzenssache.

Das haut man nicht eben mal so raus.

Richtig romantisch fühlen sich diese tief empfundenen Worte dann an.

Worte, die das Herz spricht.

Und da kannst du das Herz beben fühlen 😉

Es geht weiter mit der Frage nach dem Lohn:

UND WAS IST MEIN LOHN?

Antwort darauf ist ein Freudenbekenntnis,

das kann ich nur so sagen und ich nehme vorweg,

das wäre einfacher, wären wir alle Heilige gewesen….

ICH DIENE WEDER UM LOHN NOCH UM DANK, SONDERN AUS DANK UND LIEBE, MEIN LOHN IST, DASS ICH DARF!

Da wird sich jetzt der ein oder andere an den Kopf langen und sagen:

Von nix kommt nix, wie soll das denn gehen?

Da müsste ich jetzt in die Geschichte der Schwesternschaft eintauchen.

Nur soviel dazu:

Kost und Logis ist frei, da der Verdienst der Schwestern vom Mutterhaus einbehalten wird.

Schwestern bekommen nur ein Taschengeld…

Die Tätigkeit sucht sich eine Schwester nicht aus, sie wird „gesendet“ und Bewerbungen schreiben ist somit hinfällig 😉

Die Freude über das DÜRFEN kann ich heute noch nachempfinden…

Gerade momentan geht es mir so,

dass ich mich immer und immer wieder dabei entdecke,

wie sehr ich mich freue, wenn ich arbeite.

Da gibt´s Menschen, die wollen etwas erreichen und ich kann ihnen dabei helfen.

Das ist meine Berufung!

Das war irgendwie noch nie anders.

Als Kind liebte ich es, wenn Menschen mir ihre Biographie erzählten.

Ich spürte, wie gut es den Leuten tat und ich war neugierig auf diese Geschichten.

Neugierig darauf, wie Wendungen geschahen, Schicksale sich veränderten, weil ein gutes, oder schlechtes Ereignis eintraf.

Die Spannung zu fühlen von echten Empfindungen, das fesselt noch heute.

In der Pflege betrachtete ich das medizinisch pflegerische nur als notwendiges Nebenbei.

Mir war wichtig, dass der Mensch Freude erlebt und das Leben als Freude empfindet.

Einmal, in einem Seniorenheim, hatte sich eine Frau die Augen ausgeweint,

das konnte ich an den Stofftaschentüchern erkennen,

die auf der Heizung zum Trocknen lagen.

Ihr Mann lag schwerkrank im Bett und schlief.

Sie hatte es sich angewöhnt, vor dem Bett zu warten, bis ihr Mann die Augen aufschlug und sie ihm was Gutes tun konnte.

So ein Hingucken ist schwer zu erTRAGEN.

Die alte Frau hatte Heimweh nach ihren Kindern

und nach ihrem alten Zuhause.

Natürlich liebte sie ihren Mann.

Aber man kann einen Menschen lieben und sich selbst auch.

Da ich am anderen Tag dienstfrei hatte, schlug ich ihr vor, ihrer Tochter einen spontanen Besuch abzustatten.

Nur mal Hallo sagen.

Jedenfalls mal raus und für Ablenkung sorgen, war die Idee dahinter.

Wir wollten überraschen und wenn wir niemanden antrafen,

beschlossen wir schon im Vorfeld,

uns den Tag so wundervoll wie möglich zu gestalten.

Nur nicht groß anmelden, denn sonst wäre das Vorhaben vielleicht geplatzt.

Die alte Dame überließ mir gerne die Verantwortung

und so setzten wir unser Vorhaben in die Tat um.

Was kam dabei raus?

Die Frau hatte sich und ihre Lage wieder besser im Griff und darüber hinaus hat es einen Denkanstoß gegeben,

denn kurze Zeit später wurde die Mutter von den Kindern wieder nach Hause geholt.

Der schwerkranke Papa war nicht alleine gelassen worden, sondern ihn reichten die täglichen Besuche.

Als er starb, saß seine Familie und eben auch seine Ehefrau abwechselnd am Bett, um ihn zu begleiten.

Den Menschen in seiner seelischen Not praktisch zu helfen, das war mir schon immer eine Herzenssache.

Und die Freude, wenn es Freude produzierte, war tatsächlich ausreichender Loh.

Geld war mir damals nicht wichtig.

Wäre es wohl heute noch nicht, wenn da nicht die „Verpflichtungen“ wären.

Die Wünsche.

Träume von ….und manche kosten Geld.

Die Kinder haben Träume.

Jetzt kommt bald Weihnachten und alle, die Kinder beschenken, wissen wie schön es sich anfühlt, Träume zu erfüllen.

MEIN LOHN IST, DASS ICH DARF.

Eine Freundin sagte mal zu mir:

Marion, ich glaube,

das ist ein fester Glaubenssatz in dir,

den müssen wir mal auflösen.

Haben wir dann doch nicht gemacht.

Denn ich weiß von der Gnade,

die jeder von uns besitzt,

wenn er das tun darf, was er gerne tut.

Viele würden gerne arbeiten und sind krank.

Würden gerne wieder ihren Haushalt machen,

würden alles dafür geben,

wenn sie nur wieder könnten, wie zu dem Zeitpunkt, als sie noch gesund waren.

Ich darf jetzt das machen, was ich gerne mache und ich weiß das zu schätzen.

MEIN LOHN IST, DASSS ICH DARF

Ja und dennoch lass ich meine Arbeit bezahlen.

Denn sie ist kostbar.

Kostbar, weil ich es wage, meine Berufung zu leben.

Es ist ein Wagnis.

Aber ich vertraue.

Und manchmal glaube ich, da will mich das Leben testen.

Es schickt mir lukrative Angebot, die echte Versuchungen sind 😉

Diese verführerischen Jobs locken mit schnellem und vielem Geld.

Gut bezahlte und feste Arbeitsplätze sind auch darunter.

Nun, vielleicht muss ich immer mal wieder zwischenrein jobben,

um meine Berufung leben zu können.

Was ich keinesfalls tun will, ist,

etwas zu tun,

damit etwas wächst,

was ein Ungleichgewicht herstellt.

Das tut es in vielen Dingen.

Nein, ich will auf meinem Weg bleiben.

In meinem Rhythmus mag ich arbeiten.

Mit Menschen, die froh sind,

mich als Wegbegleiter in diesem Moment gefunden zu haben.

Ich mag den Glanz spüren,

der sich dann ausbreitet,

wenn intensiv miteinander und fruchtbringend gearbeitet wurde.  

Die Freude der Menschen, wenn sie sich verabschieden und ich ihnen ansehe, dass sie zufrieden, ja, glücklich sind.

Es bereichert beide Seiten, wenn wir einen Punkt bearbeiten, der ein Knotenpunkt für alles Mögliche war und plötzlich wie weggeblasen ist.

Da zeigt sich ein Strahlen im Gesicht des Kunden.

Das ist die Essenz einer Arbeit.

Es ist die Liebe am Tun, die da beflügelt,

damit schaffe ich in der Welt ein Stückchen heile Erde.

Warum?

Weil wir allgemein der Ausbeutung unterliegen.

Weil wir für Systeme arbeiten, die nie genug kriegen.

Weil wir für Systeme arbeiten, die Ungleichheit schaffen.

Und was nicht ausbalanciert ist oder wird, wird krank.

Nicht nur der Mensch,

auch die Erde und alles was darauf kreucht und fleucht.

Die letzten zwei Verse des Diakonissenspruchs von Neuendettelsau mag ich euch nicht vorenthalten 😉

Einfach um es komplett zu halten.

……

UND WENN ICH DABEI UMKOMME?

Komme ich um, so komme ich um,

sprach Ester; die doch ihn nicht kannte,

dem zuliebe ich umkäme und der mich

nicht umkommen lässt.

(Ester schein auch ein Einhorn gewesen zu sein 😉)

UND WENN ICH DABEI ALT WERDE?

So wird mein Herz grünen wie ein Palmbaum,

und der Herr wird mich sättigen mit Gnade

und Erbarmen.

Ich geh mit Frieden und sorge nichts.

Wilhelm Löhe

(War Pfarrer, wurde strafversetzt, schmückte seinen Christbaum ziemlich individuell mit Zitronen und so, orakelte täglich mit der Bibel und er glaubte wohl an das Gute im Menschen ~ nun, er kannte seine Nachfolger ja auch nicht … ich glaub, er war auch ein Einhorn)